Der Optimist

Hamza Mahfood

Erst beim achten Versuch gelang ihm die Überfahrt nach Europa. Hamza Mahfood will in Deutschland das Leben führen, das ihm in Syrien verwehrt bleibt. Ein Leben mit Frieden, Freiheit und Träumen.

23. März 2016, 18:01 h

Ein neues Zuhause

Hamza Mahfood ist in eine Wohngemeinschaft gezogen. Der große Zufall: Seine Mitbewohner kommen alle aus seiner Heimatstadt, doch als er noch in Syrien lebte, kannten sie sich noch nicht.

Ich hatte Ende Februar endlich meinen letzten Termin am Lageso! Die Wochen davor war ich richtig niedergeschlagen, frustriert und hatte das Gefühl, hilflos zu sein und nicht voran zu kommen. Jetzt aber geht mein Leben endlich richtig weiter – und zwar mit einer schönen Neuigkeit. Ich bin umgezogen, in eine Wohngemeinschaft, zusammen mit drei Freunden. Ein Zufall übrigens – alle meine drei Mitbewohner sind auch Syrer und kommen aus meiner Heimatstadt Salamiyah. Kennengelernt haben wir uns aber erst hier in Deutschland. Ein seltsamer Gedanke. Erst eine Flucht aus der Heimat hat uns zusammengeführt. Die neue Wohnung liegt in Tempelhof, das ist so viel zentraler als das Hostel in Spandau, in dem ich vorher gewohnt habe. Ich genieße es sehr, dass ich morgens schneller zu meinem Deutschkurs komme. Das Deutschlernen funktioniert übrigens ganz gut, der Unterricht macht mir meistens richtig viel Spaß. Ich habe aber auch wirklich richtig gute und engagierte Lehrer. Einer von ihnen hat mir sogar beim Umzug geholfen und mir einen Tisch geschenkt. Wenn alles fertig eingerichtet ist, freue ich mich schon darauf, Besuch zu empfangen. In Syrien haben wir ein Sprichwort: „Komm du herein und ich gehe raus.” Das heißt so viel wie, dass der Gast sich wie zuhause fühlen und das Haus ihm im übertragenen Sinne gehören soll. So will ich meine Freunde, die ich bisher in Deutschland gefunden habe, in meinem neuen Zuhause auch empfangen!

So beurteilt Reporterin Julia Maria Grass die Entwicklung von Hamza Mahfood