Der LAGeSo-Lotse

Detlef Wagner

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in Berlin ist zum Symbol für die Überforderung des Staates geworden. Hier ringt der Welcome-Manager Detlef Wagner mit dem Chaos – in der Hoffnung, Flüchtlingen eine Perspektive geben zu können.

11. April 2016, 12:00 h

„Merkel gratulierte uns“

Das LAGeSo bekam in der Vergangenheit für seine chaotischen Zustände viel Kritik. Jetzt gab es Lob – und das von der Bundeskanzlerin. Warum, erklärt Welcome-Manager Detlef Wagner in seiner Kolumne.

Es ist derzeit ein komisches Gefühl, im LAGeSo durch die Zelte für die Neuankömmlinge zu gehen. Wo noch vor Monaten bis zu 1200 Menschen saßen und darauf hofften eine Unterkunft zu erhalten – nur leere Zelte. Auch auf dem Campusgelände ist beinahe Ruhe eingekehrt. Nachts sind zu bestimmten Zeiten keine Anstehenden mehr da. Eigentlich super: Genau zur richtigen Zeit sind Überstunden nicht mehr nötig. Ich kann mich also meiner Familie widmen. Meine zwei Monate alte Tochter macht mir gerade große Freude. Sie beginnt mich anzulächeln, wenn sie mich sieht.

Ein Höhepunkt zuletzt war, als ich als Landesdelegierter Frank Henkel zum Spitzenkandidaten nominiert habe. Angela Merkel war als Gast mit unter den Gratulanten. Während ihrer Gratulationsrede wandte sie sich plötzlich an Herrn Senator Mario Czaja und sagte, dass er für das LAGeSo viel habe einstecken müssen. Jetzt sei es aber an der Zeit, dass „ganz Deutschland mitbekommt, wie vorbildlich das LAGeSo mittlerweile funktioniert.“ Ich bin stolz, dass ich bis jetzt daran mitgearbeitet habe. Meine Aufgaben im LAGeSo haben sich nämlich gewandelt, hierzu werde ich berichten, sobald ich meine Arbeit aufnehme. Lassen Sie sich überraschen.

So beurteilt Reporter Erik Peters die Entwicklung von LAGeSo-Lotse Detlef Wagner: