Der Bürgermeister

Maik Mackewitz

1500 Flüchtlinge über Nacht: Bürgermeister Maik Mackewitz muss zwischen seinen 3000 Bürgern und der Flüchtlingsstadt vermitteln, die neben seinem Heimatort Calden wächst.

9. März 2016, 5:00 h

Ich will endlich Antworten!

Bürgermeister Maik Mackewitz reicht's! Seit Wochen erhält er keine Informationen darüber, wie es mit der Flüchtlings-Einrichtung in Calden weitergeht. Jetzt will er Antworten von den Verantwortlichen

Was hat das Land Hessen mit Calden vor? Seit Wochen bekomme ich von den Verantwortlichen in Wiesbaden keinerlei Informationen darüber, wie es mit der Erstaufnahme-Einrichtung bei uns weitergeht – darüber bin ich hochgradig verärgert! Wiesbaden hat uns diese Einrichtung vor die Nase gesetzt und nun kommuniziert es sein Vorhaben nicht. Aktuell sind 21 Flüchtlinge in der Einrichtung untergebracht. Die Erstaufnahme-Einrichtung ist also fast leer, denn sie wird für Millionen umgebaut, um Platz für bis zu 1800 Flüchtlinge zu bieten. Das Thema Flüchtlinge ist für meine Bevölkerung momentan nicht vorhanden – für mich aber sehr wohl.

Ich bin hochgradig verärgert!

- Maik Mackewitz, Bürgermeister von Calden

Ab April rechne ich mit einem enormen Anstieg der Flüchtlingszahlen in Calden und darauf gilt es sich vorzubereiten. Man könnte diese Atempause aus meiner Sicht sehr gut nutzen, um Transparenz herzustellen oder Eventualfallplanungen zu erstellen. So eine Gelegenheit hatte man in den letzten neun Monaten nicht. Ohnehin sind in der Einrichtung immer noch etwa 80 Helfer im Schichtdienst angestellt. Aus Wiesbaden erwarte ich zumindest ein Stück Papier, aus dem hervorgeht, was man kurz-, mittel- und langfristig plant. Ich vermisse schlichtweg Führung. Es kann einfach nicht sein, dass meine Bevölkerung und ich so in der Luft hängengelassen werden. Anscheinend hält man es in der Landeshauptstadt nicht für notwendig, uns zu informieren. Mit wie vielen Flüchtlingen müssen wir in Calden rechnen? Wann kommen die nächsten Flüchtlinge? Ich will endlich Antworten aus Wiesbaden!

So erlebt Reporter Florian Plettenberg den Bürgermeister: